Národní památkový ústav - územní odborné pracoviště v Českých Budějovicích

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Státní zámek Hluboká nad Vltavou

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373 41 Hluboká nad Vltavou

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 Der Schlosspark

Der Schlosspark

 

Die Schlossanlage in Hluboká nad Vltavou erstreckt sich auf einer Geländeerhebung am nördlichen Rand des Budweiser Beckens. Das neugotische Schloss befindet sich in einer dominanten Lage auf einem Felsvorsprung, seine nächste Umgebung erhielt die Gestalt regelmäßiger Parterres auf zwei Terrassen. Der ausgedehnte Landschaftspark wurde von den Schwarzenbergern in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts im Zuge der romantischen Umgestaltung der Adelsresidenz gegründet, im Anschluss an den neugotischen Umbau des Schlosses. In der Schlossumgebung und im Park befindet sich eine dendrologisch wertvolle Sammlung fremdländischer Holzarten. Der Schlosspark nimmt eine Fläche von 58 ha ein und befindet sichauf einer Meereshöhe von 390-450 m.

 

 Der Schlosspark

 

Die Geschichte

 
Die Schlossanlage und die umliegende Landschaft erhielten ihre Gestalt während des neugotischen Umbaus des Schlosses, der in den Jahren 1840-1871 unter dem Fürsten Johann Adolf II. von Schwarzenberg und seiner Gemahlin Eleonore vorgenommen wurde.
Während ihrer England-Reisen besuchte das Fürstenpaar die englische und schottische Provinz, wo sie das Schaffen von bedeutenden englischen Landschaftsarchitekten wie William Kent (1684-1748), Lancelot ‘Capability‘ Brown (1716-1783) und Humphry Repton (1752-1818) kennenlernten. Sie besuchten eine Reihe von Herrschaftssitzen mit Landschaftsparks, aber auch die Natur des Lake District und Schottlands. Der Fürst wurde von der Königin auf das Schloss Windsor eingeladen.
Seine zweite England-Reise im Jahr 1838 unternahm der Fürst wahrscheinlich schon mit dem Gedanken an die Errichtung eines eleganten Landsitzes in Böhmen nach englischem Vorbild. Die Wahl fiel auf Hluboká wegen der günstigen landschaftlichen Lage des Schlosses, aber auch wegen des mittelalterlichen Kerns des Schlosses mit dem reich gegliederten Grundriss. Der Fürst wollte an dem beliebten Ort eine Residenz mit gehörigem Maß an Komfort und Repräsentation nach dem Vorbild der königlichen Residenz in Windsor erbauen. Eine wichtige Rolle spielte wohl auch die Inspiration durch die romantischen historischen Romane Walter Scotts.
Der Schlosspark wurde auf den Feldern in der Nähe des Schlosses angelegt. Das Gelände musste durch umfangreiche Aufschüttungen aufwendig geebnet werden. In den Jahren 1851-1854 wurde die Umgestaltung von dem Gärtner Theodor Rehder geleitet, dem Sohn des fürstlichen Garteninspektors im Lausitzer Muskau Pückler. Ihm folgte der fürstliche Gärtner Rudolf Vácha (1825-1899), der die Arbeiten bis zu der Vollendung der Parkanlage im Jahr 1864 leitete. Seine reichen Erfahrungen, die ihm hier sehr von Nutzen waren, hatte er während seiner langen Studienreisen im In- und Ausland, auf die er vom Fürsten geschickt wurde, erworben.
 

Die Beschreibung

 

Die obere Terrasse vor dem Schlosseingang wird an der östlichen Seite von dem Gebäude der ehemaligen Winterreitschule (Alšova jihočeská galerie) abgegrenzt, das mit dem Schloss durch einen verglasten Gang des Wintergartens verbunden ist. An der westlichen Seite schließt sich das ehemalige Schlösschen Stöckel (hotel Štekl) an die Terrasse an. Auf der Terrasse vor dem Eingang in das Schloss breitet sich ein regelmäßiges Parterre aus. Die nördliche Seite wird von der zweiarmigen, von einer Gruppe von hoch gewachsenen Buchen verdeckten Treppe mit einem neugotischen Brunnen abgeschlossen.
Das Schlossgebäude wird an drei Seiten von dem regelmäßig gestalteten Unteren Garten umgeben, der sich auf einem niedrigeren Geländeniveau befindet. Zwischen den Sträuchern liegt das runde Wasserbecken mit dem Springbrunnen, in das Prinzessin Krasomila in dem bekannten hier verfilmten Märchen hineinfiel. Vor der Südfassade des Schlosses mit einer gusseisernen Hochveranda befand sich im Erdgeschoss eine Orangerie, die heute als Trauzimmer genutzt wird. Von der Aussichtsterrasse aus eröffnet sich das großartige Panorama des Landschaftsparks auf der Podskalská- und Poříčská-Wiese. Hinter der Silhouette der nahe gelegenen Stadt České Budějovice wird die Aussicht von dem fernen Massiv des Blanský les mit dem dominanten Berg Kleť abgeschlossen.
Der Bereich des Unteren Gartens ist aus dendrologischer Sicht sehr bemerkenswert. Es gibt hier wertvolle hochgewachsene Bäume; vorwiegend fremdländische Arten, wie der Tulpenbaum, männliche und weibliche Pflanzen des Ginkgo biloba, mispelblättrige Traubeneichen, Kastanien, Platanen, Geweih- und Gelbholzbäume und die Schuppenrinden-Hickorynuss; unter den Nadelhölzern finden sich Alcocks-Fichte, Riesenlebensbaum und Hemlocktanne. Von den heimischen Baum-Arten wären hochgewachsene Ulmen und mächtige Eiben zu erwähnen. An den Rändern des Gartens öffnen sich durch den Baumbestand hindurch Ausblicke in die Podskalská-Wiese.
An das Parterre schließt sich nördlich vom Schloss ein Landschaftspark an, durch den sich ein Netz von Kutschen- und Promenadenwegen zieht. In fließenden Kurven verlaufen die Wege durch  naturnaheSzenerien aus heimischen Hölzern und aus Wiesen mit Solitärbäumen. Die exotischen Arten wurden nur zur Bereicherung der Partien durch unauffällige Farb- und Formkontraste verwendet. Die Parkanlage verlässt sich bei ihrer Wirkung nur auf Naturwahrzeichen und auf ferne geliehene Landschaften: die Ausblicke auf die weite Fläche des Munický-Teiches mit dem Jagdschloss Ohrada, auf den Hof Vondrov mit den angrenzenden Alleen, auf die Silhouetten des Böhmerwaldes und des Blanský les und die Durchblicke durch den Park in das nahe Wildgehege.
Auf dem Aussichtshügel vor dem Schloss steht ein neugotisch umgestaltetes Wasserwerk. In das im Felsen ausgehöhlte Reservoir wird mit dem Widder Wasser aus der Moldau hochgepumpt, das auch den kleinen Parksee versorgte. Abseits des Hauptparks führt am Osthang der befestigte Zufahrtsweg zum Schloss. An dem Weg befinden sich frühere Garagen der Herrschaften und ein kleines Stockhaus, das ehemalige Pulverwerk.
Im Jahr 1997 wurde der kleine See im Mittelteil des Parks instandgesetzt und eingelassen, anschließend wurde auch das Bogenbrückchen, das zur Insel hinüberführt, renoviert (1998). Der Aussichtspunkt in der Wiese über dem Friedhof ist seit 1999 mit einer Ziegelmauer mit der Aussichtsbeschreibung versehen. Ende der 90er Jahre wurde die pompöse Festbeleuchtung des Schlosses, des Parterres und des Unteren Gartens installiert.
 
Marek Ehrlich
Literatur:
Pavlátová, M. –  Ehrlich, M. a kol.: Zahrady a parky jižních Čech. Společnost pro zahradní a krajinářskou tvorbu, o.s. a Nebe s.r.o., Praha a České Budějovice 2004
Pavlátová, M. – Popelová, I.: Zámecký park Hluboká nad Vltavou. Nadace pro rozvoj kulturního dědictví, Hluboká nad Vltavou 1994
Pacáková-Hošťálková, B. a kol.: Zahrady a parky v Čechách, na Moravě a ve Slezsku. Libri, Praha 1999