Národní památkový ústav - územní odborné pracoviště v Českých Budějovicích

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Státní zámek Hluboká nad Vltavou

Bezručova 142

373 41 Hluboká nad Vltavou

Tschechische Republik

 

Reservation:+420387843911

Email:hluboka@npu.cz

 

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Aktuelles Wetter

Aktuelles Wetter:

2. 10. 2014

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Tägliche Temperaturen 16/20°C, in 1000m Höhe °C.
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Inhalt

 

Die Privatappartements

 

V, VI ,IX   -   nur Samstags und Sonntags
VII und VIII   - jeden Tag 
 
Der Zeitabstand ist 30 - 60 min
Die Besucherzahl in der Gruppe ist max. 20 Personen
( Die letzte Führung beginn um 16:00 )
 
 
Bei der Besichtigung der Privatzimmer tauchen wir in das Leben der einzelnen Mitglieder der Fürstenfamilie Schwarzenberg ein. Der Gang rechts neben der Halle führt uns in die Privatzimmer der Fürstin Theresia, geborenen Gräfin von Trauttsmandorff-Weinsberg (1870-1945). Ursprünglich, zu der Zeit des romantischen Umbaus, wurden diese Räumlichkeiten von dem damaligen Majoratsherrn der Primogenitur von Frauenberg und Krumau des Hauses Schwarzenberg, dem Fürsten Johann Adolf II. (1799-1888), bewohnt. Zuletzt wohnte hier dann die schon erwähnte Fürstin Theresia, die Gattin seines Enkels Johann Nepomuk (1860-1938).
Fürst Johann Adolf II. übernahm 1833 die Verwaltung des Familienbesitzes. Zu dieser Zeit war er schon seit 3 Jahren mit der schönen Fürstin Eleonore verheiratet, der Tochter des Fürsten Moritz von Liechtenstein und seiner Frau Maria Leopoldine, geborenen Esterházy. In den 30er Jahren widmete sich Fürst Johann Adolf II. ehrenvollen diplomatischen Aufgaben: zuerst brachte er 1835 die Nachricht von der Krönung des Kaisers Ferdinand V. an den preußischen Königshof, etwas später, im Jahre 1838, unternahm er anlässlich der Krönung der Königin Viktoria mit seiner Gattin eine Englandreise, bei der sie auch Schottland besuchten.Schon im ausgehenden 18. Jahrhundert erwachte in Britannien das Interesse am Mittelalter, das sich nicht nur auf die Architektur beschränkte – einen erheblichen Beitrag leistete hier auch der bekannte romantische Schriftsteller Sir Walter Scott. In den Jahren 1840-71, nach der Rückkehr des Fürstenpaares, wurde eine umfassende Rekonstruktion des Schlosses Hluboká im neugotischen Stil vorgenommen, einschließlich der Umgestaltung der umgebenden Landschaft.
Aus einem erhaltenen Böhmerwald-Führer vom Ende des 19. Jahrhunderts erfährt man, dass es noch während des Majorats des Fürsten Johann Adolf II. möglich war, sich in der Abwesenheit der Schlossbesitzer ausgewählte Salons anzusehen, einschließlich des sog. Jagdsaals (des heutigen Jagdesszimmers), der sich an die Privatzimmer des Majoratsherrn anschloss. In das Jagdesszimmer gelangen wir über den Hamilton-Salon, den Rauchersalon und das Kleine Esszimmer der Fürstin Theresia. Wieder sind wir umgeben von reichem Wandschmuck: Jagdtrophäen, alten Waffen und wertvollen Bildern. Die Privatzimmer sind freilich von bescheidenerem Charakter als die Salons und Säle, die man auf dem Hauptbesichtigungsrundgang sehen kann. Die übrigen Zimmer sind den letzten Schlossbesitzern, dem Fürsten Dr. Adolf Schwarzenberg (1890-1950) und seiner Gattin Fürstin Hilde (1897-1979), einer geborenen Prinzessin von Luxemburg und Nassau, gewidmet. Auf dem Weg hierher passiert man einen interessanten Raum, den sog. Anrichteraum neben dem Jagdesszimmer. Ähnlich wie bei anderen großen Gebäuden musste auch auf Schloss Hluboká das Essen vor dem eigentlichen Servieren in einem sog. Anrichteraum noch vorbereitet werden, denn die Entfernung zwischen der Schlossküche und dem Speisezimmer war ziemlich groß. Mit Hilfe einer Thermobox, eines Wärmers oder Warmhaltetabletts mit einem Deckel konnte die richtige Temperatur der servierten Speisen gehalten werden. Über die Treppe im Hauptturm erreichen wir die Privatzimmer der Gattin des letzten Schlosseigentümers, der Fürstin Hilde. Wir können sowohl das Privatappartement (also das Arbeitszimmer, den Umkleideraum, das Schlafzimmer und den Salon) als auch den für die Dienerschaft bestimmten Bereich besichtigen, einschließlich der Sanitäranlagen und des modernen Badezimmers mit einem Klosett und einem Bidet. Das Fürstenpaar bewohnte das Schloss bis Ende 1939, als sie vor den Nazis nach Übersee emigrierten. Interessant sind ihre zahlreichen Reisen und der Afrikaaufenthalt in den 30er Jahren, bei dem sie dort eine Farm kauften.
Der Große Marmorsaal im Neurokoko-Stil aus der Mitte des 19. Jahrhunderts unterscheidet sich in der Gestaltung von den übrigen Räumen des Schlosses. Seine Wände sind mit Kunstmarmor verkleidet und die Decke ist mit Stuck verziert. Zu den wertvollsten Schlossexponaten von europäischer Bedeutung gehören zwei Rokoko-Schlitten, der eine versilbert, der andere vergoldet, aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Sie werden von dem Zyklus von vier Wandteppichen aus dem 17. Jahrhundert ergänzt, die die Spanische Reitschule darstellen. Weitere vier Teppiche aus der Kollektion befinden sich in der Ausstellung im Schlossstall im Schloss Třeboň. Durch den Gang, der an dem Personen- und dem Güteraufzug vorbeiführt, kommen wir wieder in den Schlossturm und hinunter in den Schlosshof.